Recruiting
Wie und wo finde ich heute neue Mitarbeiter?
Die Stelle ist seit Monaten offen, und jeder rät dir etwas anderes: Jobbörse, Facebook, Arbeitsagentur, Headhunter. Die Wege unterscheiden sich vor allem darin, wen sie erreichen. Wer das einmal verstanden hat, sucht nicht mehr auf gut Glück.
Kurz gesagt
Neue Mitarbeiter findest du über sieben Wege: Empfehlungen aus dem Team, die eigene Karriereseite, Jobbörsen, die Agentur für Arbeit, Anzeigen auf Social Media, Kooperationen mit Schulen und Personalvermittler. Jobbörse und Arbeitsagentur erreichen Menschen, die aktiv suchen. Empfehlungen und Social Media erreichen auch die, die einen Job haben und nur bei einem guten Angebot wechseln. Die meisten Betriebe fahren mit zwei bis drei Wegen am besten, die sie dauerhaft pflegen.
Warum ist es so schwer geworden, Mitarbeiter zu finden?
In vielen Berufen gibt es mehr offene Stellen als Menschen, die gerade suchen. Wer gut ist, hat Arbeit und liest keine Stellenanzeigen. Deshalb entscheidet heute weniger der Text deiner Anzeige als der Ort, an dem sie erscheint. Die wichtigste Unterscheidung lautet: Erreicht dieser Weg nur Suchende oder auch Menschen, die zufrieden genug sind, um nicht zu suchen, aber offen für etwas Besseres?
Welche Wege gibt es und was können sie?
Jeder Weg hat eine Stärke und eine Schwäche. Lies die Liste mit deiner offenen Stelle im Kopf.
- Empfehlungen aus dem Team: oft die passendsten Leute, weil deine Mitarbeiter wissen, wer zu euch passt. Nachteil: nicht planbar und irgendwann ist der Bekanntenkreis ausgeschöpft
- Eigene Karriereseite: gehört dir, wird bei Google gefunden und überzeugt alle, die sich vor der Bewerbung informieren. Nachteil: bringt allein kaum Besucher
- Jobbörsen: erreichen Menschen mit Wechselabsicht, gut für kaufmännische Stellen. Nachteil: in Mangelberufen sucht dort kaum jemand
- Agentur für Arbeit: Stelle melden ist für Arbeitgeber kostenfrei, dazu Beratung zu Förderungen. Nachteil: die Auswahl an Fachkräften ist begrenzt
- Anzeigen auf Facebook und Instagram: erreichen im Umkreis auch Menschen, die nicht suchen. Nachteil: Vorbereitung und schnelle Rückrufe nötig
- Schulen, Berufsschulen und Hochschulen: die sicherste Quelle für eigenen Nachwuchs. Nachteil: wirkt erst nach Monaten oder Jahren
- Personalvermittler: nehmen dir Suche und Vorauswahl ab, sinnvoll bei Führungskräften und Spezialisten. Nachteil: meist der teuerste Weg je Einstellung
Welcher Weg passt zu welcher Stelle?
Für gewerbliche Fachkräfte, Fahrer und Monteure führen Empfehlungen und Social Media am häufigsten zum Ziel, weil diese Leute selten aktiv suchen. Für Büro, Verwaltung und Vertrieb reichen Jobbörse und Karriereseite oft aus. Auszubildende gewinnst du über Schulen, Praktika und kurze Videos dort, wo Jugendliche ihre Zeit verbringen. Für eine einzelne Schlüsselposition mit seltener Qualifikation ist die persönliche Ansprache oder ein Vermittler der direkteste Weg. Eine ausführliche Entscheidungshilfe nach Betriebsgröße und Dringlichkeit findest du in unserem Beitrag zur Mitarbeitergewinnung.
Kann ich Mitarbeiter auch kostenlos finden?
Ja, einiges geht ohne Budget. Du bezahlst dann mit Zeit statt mit Geld, und die Reichweite bleibt auf Menschen begrenzt, die dich schon kennen oder aktiv suchen. Für eine Stelle, die nicht eilt, kann das reichen. Bleibt es nach sechs bis acht Wochen still, liegt es selten am Fleiß, sondern an der Reichweite.
- Team gezielt fragen: Wen kennt ihr, der zu uns passen würde?
- Stelle bei der Agentur für Arbeit melden
- Stelle gut sichtbar auf die eigene Website setzen, mit Telefonnummer
- Im Google-Unternehmensprofil und auf den eigenen Social-Media-Kanälen posten, das Team teilt den Beitrag
- Ehemalige Mitarbeiter, Praktikanten und frühere Bewerber anrufen
- Aushang an Fahrzeugen, am Betrieb und bei Partnerbetrieben
Was musst du klären, bevor du suchst?
Viele Suchen scheitern nicht am Kanal, sondern an der Vorbereitung. Schreib auf, was die Stelle im Alltag bedeutet: Arbeitszeiten, Einsatzort, Bezahlung, Team. Streiche Anforderungen, die du dir nur wünschst. Lege fest, wer Bewerbungen sichtet und wer innerhalb von ein bis zwei Tagen zurückruft. Und prüfe die Bewerbung selbst am Handy: Wer erst Unterlagen zusammensuchen muss, bricht häufig ab. Eine kurze Abfrage der Eckdaten, die rund zwei Minuten dauert und ohne Lebenslauf auskommt, senkt diese Hürde deutlich.
Welche Fehler machen die Suche teuer?
Der häufigste Fehler ist, alles einmal kurz auszuprobieren und nichts durchzuhalten. Der zweite ist, Bewerbungen zu zählen statt Einstellungen: Zwanzig unpassende Bewerbungen helfen dir weniger als drei gute Gespräche. Der dritte ist Schweigen. Wer sich bewirbt und eine Woche nichts hört, hat sich bis dahin anders entschieden und erzählt es weiter. Notiere deshalb bei jeder Bewerbung, woher sie kam. Nach einigen Wochen siehst du, welcher Weg bei dir trägt.
Wann hilft kein Kanal?
Kein Weg gleicht ein Angebot aus, das deutlich schlechter ist als das der Betriebe nebenan. Wenn dir regelmäßig Leute in der Probezeit wieder gehen, lohnt zuerst der Blick nach innen: Einarbeitung, Führung, Arbeitszeiten, Lohn. Wer hält, muss weniger suchen. Erst wenn das Angebot stimmt, bringt mehr Sichtbarkeit auch mehr Einstellungen.
Aus der Praxis · MAM-Bau, Ibbenbüren
Das Tiefbauunternehmen aus Ibbenbüren suchte Tiefbaufacharbeiter, Bauleiter, Elektriker und LKW-Fahrer, über Jobbörsen kam kaum etwas zurück. Seit fünf Jahren laufen dort Kampagnen auf Facebook und Instagram, immer für die Stellen, die gerade offen sind. Daraus sind über 1.000 Bewerbungen entstanden, viele Positionen wurden besetzt.
Nicht sicher, welcher Weg zu deiner Stelle passt? Wir schauen es uns gemeinsam an.
Kostenloses Erstgespräch — wir zeigen dir was für dein Unternehmen möglich ist.
Jetzt anfragenHäufige Fragen
Wie viele Wege sollte ich gleichzeitig nutzen?▾
Zwei bis drei, die du wirklich pflegst. Bewährt ist eine feste Grundlage aus Karriereseite und Empfehlungen, ergänzt um einen Weg mit Reichweite, etwa Social Media oder eine Jobbörse, je nach Stelle.
Funktioniert Mitarbeitersuche über Facebook überhaupt noch?▾
Ja, vor allem für gewerbliche Berufe und erfahrene Fachkräfte. Entscheidend ist bezahlte Reichweite im Umkreis, nicht der einzelne Beitrag auf der eigenen Seite. Jüngere erreichst du eher über Instagram und TikTok.
Lohnt sich die Anzeige in der Zeitung noch?▾
Für einzelne Stellen im Ort kann sie passen, weil auch Eltern und Partner mitlesen. Du erfährst aber kaum, wie viele sie gesehen haben, und kannst nach dem Druck nichts mehr ändern.
Wie lange dauert es, bis eine Stelle besetzt ist?▾
Das hängt vom Beruf, der Region und der Kündigungsfrist ab. Rechne auch bei schnellen ersten Bewerbungen mit einigen Wochen bis zur Unterschrift und oft weiteren Wochen bis zum ersten Arbeitstag.
Brauche ich für all das eine Agentur?▾
Nein. Empfehlungen, Karriereseite und Arbeitsagentur kannst du selbst angehen. Eine Agentur lohnt sich, wenn bezahlte Kampagnen, Videos und eine Bewerbungsstrecke dazukommen sollen und dir dafür Zeit oder Erfahrung fehlen. Solche Kampagnen setzen wir deutschlandweit um.














