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Recruiting

Social Recruiting oder Stellenanzeige in der Jobbörse: Was bringt mehr?

5 Min. Lesezeit · OMS Partner

Du hast eine Stelle offen und ein begrenztes Budget. Die Jobbörse kennst du, von Social Recruiting hörst du immer öfter. Beide Wege funktionieren, aber für unterschiedliche Stellen und unterschiedliche Menschen.

Kurz gesagt

Eine Stellenanzeige in der Jobbörse erreicht Menschen, die gerade aktiv einen Job suchen. Social Recruiting erreicht über Facebook und Instagram auch die vielen, die einen Job haben und nicht suchen, aber wechseln würden. Für gewerbliche Fachkräfte, Fahrer und Handwerker bringt Social Recruiting deshalb meist mehr, für Büro- und Verwaltungsstellen mit vielen aktiv Suchenden ist die Jobbörse oft ausreichend. Bei schwer zu besetzenden Stellen lohnt sich beides zusammen.

Was ist der eigentliche Unterschied?

Die Jobbörse ist ein Schaufenster: Wer vorbeikommt und sucht, sieht deine Stelle. Social Recruiting ist eher ein Handzettel, der gezielt in die richtigen Briefkästen kommt. Die Anzeige erscheint zwischen privaten Beiträgen bei Menschen in deinem Umkreis, egal ob sie suchen oder nicht. Der zweite Unterschied liegt in der Bewerbung. In der Jobbörse werden meist Unterlagen erwartet, im Social Recruiting beantwortet der Bewerber ein paar Fragen am Handy.

Was spricht für die Jobbörse?

Die Jobbörse hat klare Stärken und ist nicht überholt. Wer dort sucht, will wechseln und oft schnell. Du musst niemanden erst überzeugen, dass ein Jobwechsel eine gute Idee ist.

  • Erreicht Menschen mit konkreter Wechselabsicht
  • Gut für Berufe, in denen am Schreibtisch und mit Unterlagen gearbeitet wird
  • Überschaubarer Aufwand: Anzeige schreiben, buchen, warten
  • Planbarer Festpreis je Anzeige und Laufzeit
  • Bewerbungen kommen meist vollständig mit Lebenslauf und Zeugnissen

Was spricht für Social Recruiting?

Der größte Vorteil ist die Reichweite über die Suchenden hinaus. In vielen gewerblichen Berufen sucht kaum jemand aktiv, weil gute Leute eine Stelle haben. Sie wechseln aber, wenn ihnen ein besseres Angebot begegnet.

  • Erreicht auch Menschen, die nicht suchen
  • Lässt sich auf den Umkreis deines Standorts begrenzen
  • Zeigt deinen Betrieb mit Bildern und Video statt nur mit Text
  • Bewerbung in rund zwei Minuten am Handy, ohne Lebenslauf
  • Macht dich nebenbei als Arbeitgeber in der Region bekannt
  • Budget lässt sich jederzeit erhöhen, senken oder stoppen

Wo liegen die Schwächen beider Wege?

Die Jobbörse versagt dort, wo niemand sucht. Deine Anzeige steht dann neben vielen gleichlautenden und wird nach wenigen Tagen nach unten durchgereicht. Social Recruiting hat andere Tücken: Es kommen auch Bewerbungen, die nicht passen, deshalb brauchst du gute Vorabfragen. Die Bewerber sind weniger entschlossen als aktiv Suchende und springen ab, wenn du nicht schnell anrufst. Und der Aufwand ist höher, weil Motive, Texte und Bewerbungsstrecke erst gebaut und danach laufend verbessert werden müssen.

Welcher Weg passt zu welcher Stelle?

Eine einfache Faustregel hilft bei der Entscheidung: Frag dich, ob die Leute, die du suchst, gerade selbst auf der Suche sind.

  • Handwerker, Fahrer, Monteure, Pflege, Produktion: eher Social Recruiting
  • Kaufmännische Stellen, Verwaltung, Berufseinsteiger: Jobbörse oft ausreichend
  • Führungskräfte und Spezialisten: beides, ergänzt um direkte Ansprache
  • Aushilfen und Minijobs im Ort: Social Recruiting oder ein Aushang vor Ort
  • Viele gleiche Stellen über das Jahr: dauerhaftes Social Recruiting statt immer neuer Einzelanzeigen

Wie nutzt du beides sinnvoll zusammen?

Beide Wege schließen sich nicht aus. Die Stelle steht in der Jobbörse für alle, die suchen, und die Kampagne läuft parallel für alle anderen. Wichtig ist, dass du unterscheidest, woher eine Bewerbung kommt, zum Beispiel über eine eigene Zeile in deiner Liste. Nach vier bis sechs Wochen siehst du, welcher Kanal Gespräche und Einstellungen gebracht hat, und kannst das Budget verschieben. Zähle dabei Einstellungen, nicht Bewerbungen.

Wann solltest du auf Social Recruiting verzichten?

Wenn deine Stelle über die Jobbörse oder Empfehlungen bisher zügig besetzt wurde, gibt es keinen Grund, etwas zu ändern. Auch bei einer sehr speziellen Qualifikation, die in deiner Region nur eine Handvoll Menschen haben, ist die persönliche Ansprache der bessere Weg. Und wer Bewerber nicht innerhalb von ein, zwei Tagen zurückrufen kann, verliert im Social Recruiting die meisten wieder.

Aus der Praxis · AXA Maschinen & Armaturen, Schöppingen

Das Familienunternehmen aus dem Maschinenbau hatte lange auf klassische Stellenanzeigen gesetzt, die für Metallbauer nicht mehr genug Rücklauf brachten. Seit drei Jahren laufen Kampagnen auf Facebook und Instagram für Metallbauer und Büromitarbeiter in der Region. Daraus sind über 100 Bewerbungen entstanden, mehrere Stellen wurden besetzt.

100+Bewerbungen in 3 Jahren Zusammenarbeit
Case Study

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Häufige Fragen

Sind Bewerber über Social Media weniger qualifiziert?▾

Nicht grundsätzlich. Es kommen mehr und gemischtere Bewerbungen, darunter auch unpassende. Mit Vorabfragen zu Ausbildung, Erfahrung und Führerschein filterst du sie heraus. Die Fachkräfte darunter sind dieselben Menschen, die du über eine Jobbörse nie erreicht hättest.

Was ist mit der Anzeige in der Tageszeitung?▾

Sie erreicht vor allem ältere Leser und deren Familien. Für manche Stellen im Ort kann das passen. Nachteil: Du erfährst kaum, wie viele sie gesehen haben, und kannst sie nach dem Druck nicht mehr anpassen.

Brauche ich für Social Recruiting eine Karriereseite?▾

Nicht zwingend, die Bewerbungsstrecke kann für sich stehen. Eine Karriereseite auf deiner Website hilft aber, weil sich viele Interessenten vor der Bewerbung über den Betrieb informieren und weil sie auch bei Google gefunden wird.

Wie schnell sehe ich, ob ein Kanal funktioniert?▾

Bei Social Recruiting meist in den ersten ein bis zwei Wochen, weil du täglich siehst, wie viele Menschen die Anzeige anklicken und sich bewerben. Bei der Jobbörse zeigt es sich über die Laufzeit der Anzeige.

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