Website
Website selbst bauen mit dem Baukasten oder Agentur beauftragen?
Ein Baukasten verspricht eine fertige Website an einem Wochenende. Eine Agentur verspricht Anfragen. Beides kann stimmen, es kommt darauf an, was die Website für deinen Betrieb leisten soll und wie viel deiner eigenen Zeit du hineinstecken willst.
Kurz gesagt
Ein Baukasten reicht, wenn du eine einfache Visitenkarte im Netz brauchst, Zeit und Lust zum Selbermachen hast und deine Kunden ohnehin über Empfehlung kommen. Eine Agentur lohnt sich, sobald die Website planbar Anfragen oder Bewerbungen bringen soll, du bei Google in mehreren Orten gefunden werden willst oder besondere Funktionen wie einen Rechner brauchst. Der wichtigste Unterschied ist nicht die Technik, sondern wer sich um Texte, Auffindbarkeit und den Weg zur Anfrage kümmert.
Was ein Baukasten gut kann
Baukasten-Anbieter haben das Selbermachen wirklich einfach gemacht. Du wählst eine Vorlage, tauschst Texte und Bilder aus und bist online. Technik, Sicherheit und Updates laufen im Hintergrund. Für eine Handvoll Seiten mit Leistungen, ein paar Fotos und Kontaktdaten ist das eine saubere Lösung, und du kannst jederzeit selbst etwas ändern, ohne jemanden zu fragen.
Wo der Baukasten an Grenzen kommt
Die Grenzen merkst du nicht am ersten Tag, sondern wenn die Seite mehr leisten soll.
- Auffindbarkeit: Die Grundlagen sind meist vorhanden. Die eigentliche Arbeit, also passende Seiten je Leistung und Ort mit eigenen Texten, nimmt dir der Baukasten nicht ab.
- Tempo: Vorlagen bringen oft mehr Ballast mit, als deine Seite braucht. Das kann sie auf dem Handy langsamer machen.
- Funktionen: Ein Rechner, ein Planer oder eine geführte Anfragestrecke lassen sich meist nicht oder nur über Umwege einbauen.
- Wachstum: Viele ähnliche Seiten von Hand zu pflegen, wird schnell unübersichtlich.
- Umzug: Inhalte lassen sich oft nicht einfach zu einem anderen System mitnehmen. Ein späterer Wechsel bedeutet dann Neubau.
Was du bei einer Agentur wirklich bezahlst
Das Bauen der Seiten ist der kleinere Teil. Du bezahlst vor allem das Drumherum: jemanden, der fragt, wonach deine Kunden suchen, der die Texte schreibt, Fotos macht, den Weg zur Anfrage kurz hält und die Seite technisch sauber aufsetzt. Dazu kommt Erfahrung aus anderen Projekten, also das Wissen, was funktioniert hat und was nicht. Eine Agentur, die nur eine Vorlage befüllt und dir das als Maßarbeit verkauft, leistet dagegen wenig mehr als der Baukasten.
Die Rechnung, die oft fehlt: deine eigene Zeit
Der Baukasten wirkt günstig, weil die eigene Arbeit nicht auf der Rechnung steht. Texte schreiben, Bilder aussuchen, sich einlesen, ausprobieren, nachbessern: Das zieht sich bei den meisten über viele Abende. Rechne ehrlich, was diese Stunden in deinem Betrieb wert wären. Wenn du gern schreibst und Spaß an so etwas hast, ist das gut investierte Zeit. Wenn die Seite seit einem halben Jahr halb fertig ist, hast du deine Antwort.
Wann der Baukasten die richtige Wahl ist
Es gibt klare Fälle, in denen wir selbst zum Baukasten raten würden.
- Du gründest gerade und dein Angebot ändert sich noch.
- Deine Aufträge kommen über Empfehlungen, die Website soll nur zeigen, dass es dich gibt.
- Du arbeitest allein oder zu zweit und willst gar nicht wachsen.
- Du hast Zeit, Freude am Selbermachen und brauchst keine besonderen Funktionen.
Wann sich die Agentur lohnt
Sobald die Website ein Werkzeug sein soll und keine Visitenkarte, kippt die Rechnung. Das gilt, wenn du über Google neue Kunden gewinnen willst, in mehreren Orten sichtbar sein musst oder Mitarbeiter suchst und Bewerbungen über die Seite kommen sollen. Es gilt auch, wenn Kunden vorab etwas ausrechnen oder zusammenstellen sollen. Und es gilt, wenn dir schlicht die Zeit fehlt und eine halb fertige Seite dich Aufträge kostet.
Der Mittelweg: klein anfangen, sauber umziehen
Du musst dich nicht für immer entscheiden. Viele Betriebe starten mit dem Baukasten und wechseln, wenn es ernst wird. Achte dann von Anfang an auf zwei Dinge: Die Domain sollte auf dich eingetragen sein und nicht am Baukasten hängen. Und beim Umzug müssen die alten Adressen auf die neuen weitergeleitet werden, sonst verlierst du, was du dir bei Google aufgebaut hast.
Aus der Praxis · Gers, Geeste (Emsland)
Der Meisterbetrieb Gers arbeitet in einem Umkreis von rund 50 Kilometern, war bei Google aber im Wesentlichen nur in Meppen ein Thema. Die neue, individuell entwickelte Website hat 150 Seiten statt vorher 38, darunter 111 Standort-Seiten mit echten Ortsdaten und drei Rechner. Das ist die Größenordnung, bei der sich Maßarbeit lohnt.
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Jetzt anfragenHäufige Fragen
Kann eine Baukasten-Website bei Google gut ranken?▾
Ja, grundsätzlich schon. Google bewertet Inhalte und Nutzererlebnis, nicht das System dahinter. In der Praxis fehlen bei selbst gebauten Seiten aber oft die passenden Inhalte je Leistung und Ort, und daran hängt die Auffindbarkeit.
Kann ich später vom Baukasten zu einer Agentur wechseln?▾
Ja. Die Inhalte werden dabei in der Regel neu aufgebaut. Wichtig ist, dass die Domain dir gehört und die alten Adressen sauber weitergeleitet werden.
Kann ich bei einer Agentur-Website selbst Inhalte ändern?▾
Das hängt vom Aufbau ab. Frag vor dem Auftrag, was du selbst ändern kannst und was die Agentur für dich erledigt, und wie schnell das im Alltag geht.
Woran erkenne ich, dass eine Agentur nur eine Vorlage verwendet?▾
Frag direkt danach und lass dir zwei, drei fertige Projekte zeigen. Sehen alle gleich aus und unterscheiden sich nur in Logo und Farben, bekommst du eine befüllte Vorlage. Das ist in Ordnung, wenn es so benannt und entsprechend berechnet wird.














