Recruiting
Was gehört in ein Recruiting-Video, damit sich Leute bewerben?
Viele Recruiting-Videos zeigen eine Drohne über dem Firmengelände, einen Händedruck und den Satz „Werde Teil unseres Teams“. Danach weiß der Zuschauer genauso wenig wie vorher. Ein Video, auf das sich jemand bewirbt, beantwortet Fragen.
Kurz gesagt
In ein Recruiting-Video gehören echte Mitarbeiter an ihrem echten Arbeitsplatz, die in eigenen Worten sagen, was sie tun und warum sie bleiben. Dazu ein konkretes Angebot, also Aufgaben, Arbeitszeiten und Vorteile, und am Ende eine klare Aufforderung, wie man sich bewirbt. Die ersten Sekunden müssen sagen, wen du suchst und wo, sonst wischt der Richtige weiter.
Was muss in den ersten Sekunden passieren?
Auf Social Media entscheidet sich sehr schnell, ob jemand weiterschaut. Ein Logo-Intro oder ein langsamer Kameraschwenk verschenkt diesen Moment. Besser ist ein Einstieg, bei dem sich die richtige Person sofort angesprochen fühlt: Beruf und Ort im ersten Satz, gesprochen und als Text im Bild. Zum Beispiel ein Fahrer, der aus der Kabine heraus sagt, für welchen Betrieb er fährt und dass ein Kollege gesucht wird. Wer kein Fahrer ist, wischt weiter, und das ist gut so.
Welche Inhalte gehören auf jeden Fall hinein?
Stell dir die Fragen vor, die ein Bewerber im Vorstellungsgespräch stellen würde, und beantworte die wichtigsten davon im Video. Mehr als drei oder vier Punkte braucht es nicht.
- Wen suchst du: Beruf, Standort, Vollzeit oder Teilzeit
- Was macht man bei dir: der Arbeitsplatz, das Fahrzeug, die Maschine, die Baustelle im Bild
- Mit wem: Kollegen und Chef, die man tatsächlich sieht
- Was bekommt man: zwei, drei greifbare Vorteile statt einer langen Liste
- Wie bewirbt man sich: ein Satz und eine Einblendung, etwa „In zwei Minuten am Handy, ohne Lebenslauf“
Wer sollte vor der Kamera stehen?
Die Leute, mit denen der Bewerber später arbeitet. Ein Geselle, der erzählt, warum er seit acht Jahren im Betrieb ist, überzeugt mehr als jeder Sprechertext. Gut funktioniert die Kombination aus einem Mitarbeiter auf Augenhöhe und dem Chef mit einem kurzen, persönlichen Satz. Niemand muss einen Text auswendig lernen. Besser sind Fragen aus dem Off, auf die frei geantwortet wird, im Dialekt, wenn er dazugehört. Hol vorher eine schriftliche Einwilligung der Gezeigten ein. Das ist keine Rechtsberatung, aber ohne sollte kein Video online gehen.
Wie lang und in welchem Format?
Für Anzeigen und Reels gilt: hochkant und kurz, meist deutlich unter einer Minute. Viele schauen ohne Ton, deshalb gehören Untertitel dazu. Sinnvoll ist, aus einem Drehtag mehrere Fassungen zu schneiden: eine kurze für die Anzeige, eine etwas längere für die Karriereseite, dazu einzelne Aussagen als eigene Clips. So kannst du testen, welcher Einstieg am besten funktioniert, und hast Material für Monate.
Was solltest du weglassen?
Alles, was jeder Betrieb über sich sagt. Solche Sätze kosten Zeit und Glaubwürdigkeit.
- Floskeln wie „flache Hierarchien“ und „familiäres Betriebsklima“ ohne Beispiel
- Die Firmengeschichte seit der Gründung
- Gestellte Szenen mit gekauften Darstellern oder Archivbildern
- Musik, die die Stimmen übertönt
- Versprechen, die der erste Arbeitstag nicht hält
Wie läuft ein Drehtag ab und was brauchst du dafür?
Vorab klärt man, welche Stellen besetzt werden sollen, wer mitmacht und welche Orte im Betrieb gezeigt werden. Am Drehtag selbst läuft der Betrieb normal weiter, gefilmt wird bei der echten Arbeit, die Gespräche dauern je Person nur wenige Minuten. Plane einen halben bis ganzen Tag ein und sag dem Team vorher Bescheid, damit niemand überrumpelt wird. Bei uns ist der fertige Film je nach Projekt ein bis zwei Wochen nach dem Dreh da.
Wann brauchst du kein Recruiting-Video?
Wenn im Betrieb niemand vor die Kamera möchte, zwing keinen dazu. Ein hölzernes Video schadet mehr als gute Fotos. Auch für eine einzelne, leicht zu besetzende Stelle lohnt der Aufwand selten. Und ein Video allein bringt keine Bewerbungen: Ohne Anzeigenbudget sieht es kaum jemand, und ohne einfache Bewerbungsmöglichkeit bleibt es beim Zuschauen.
Aus der Praxis · DM Eichenauer, Bocholt
Für den Milchtransporteur drehen wir regelmäßig vor Ort: Fahrer, Fahrzeuge und Touren, so wie sie sind. Ein einzelnes dieser Videos kam auf Facebook auf über 57.000 Aufrufe. Zusammen mit den Recruiting-Kampagnen sind daraus mehr als 400 Bewerbungen entstanden.
Du willst ein Recruiting-Video, das Bewerbungen bringt? Lass uns den Dreh planen.
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Jetzt anfragenHäufige Fragen
Reicht ein Handyvideo oder muss es ein Profi drehen?▾
Für regelmäßige Einblicke im eigenen Kanal reicht das Handy, solange Ton und Licht stimmen. Für Anzeigen, die über Wochen laufen und für deinen Betrieb werben, lohnt sich ein sauber gedrehtes und geschnittenes Video mit gutem Ton und Untertiteln.
Dreht ihr auch außerhalb des Emslands?▾
Den Videodreh bieten wir im Emsland, in der Grafschaft Bentheim und im Umkreis an. Die Recruiting-Kampagne selbst betreuen wir deutschlandweit und arbeiten dann mit Fotos und Videos, die es von deinem Betrieb schon gibt.
Was, wenn ein gezeigter Mitarbeiter später kündigt?▾
Regle das vorab in der Einwilligung. Üblich ist, dass das Video dann nach einer Frist nicht mehr aktiv beworben wird. Wer aus einem Drehtag mehrere Fassungen mit verschiedenen Personen schneidet, kann einfach wechseln. Das ist ein allgemeiner Hinweis und keine Rechtsberatung.
Wie oft sollte ich ein neues Video machen?▾
Sobald die Zielgruppe das alte zu oft gesehen hat, lässt die Wirkung nach. Bei dauerhafter Suche hat sich bewährt, in regelmäßigen Abständen neues Material zu drehen. Für eine einmalige Besetzung genügt ein Dreh mit mehreren Schnittfassungen.
Kann ich das Video auch für Kunden verwenden?▾
Teilweise. Bilder aus dem Betrieb und vom Team passen auch auf die Website und ins Unternehmensprofil. Die Ansprache eines Recruiting-Videos richtet sich aber an Bewerber. Für Kunden lohnt sich eine eigene Schnittfassung aus demselben Material.














