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Video

Meine Mitarbeiter wollen nicht vor die Kamera – was tun?

5 Min. Lesezeit · OMS Partner

Du willst deinen Betrieb im Video zeigen, für Kunden oder für Bewerber. Kaum sprichst du es an, schauen alle auf den Boden. Das ist normal und kein Zeichen, dass dein Team ungeeignet ist. Fast immer liegt es daran, was sich die Leute unter „vor der Kamera stehen“ vorstellen.

Kurz gesagt

Zwing niemanden und fang mit denen an, die Lust haben – meist reichen ein oder zwei Freiwillige. Zeig die Leute bei der Arbeit, statt sie ins Interview zu setzen, dreh kurze Aufnahmen ohne auswendig gelernten Text und stimm vorher ab, was gefilmt und wo es veröffentlicht wird. Hol das Einverständnis schriftlich ein und lass jeden das fertige Video vor der Veröffentlichung sehen. Wer erlebt, dass das Ergebnis gut aussieht, ist beim nächsten Dreh oft von selbst dabei.

Warum wollen die meisten nicht vor die Kamera?

Selten aus Ablehnung gegen den Betrieb. Die typischen Gründe sind viel menschlicher: Man mag die eigene Stimme nicht, hat Angst, sich zu verhaspeln, oder fürchtet Sprüche von Kollegen und Bekannten. Viele stellen sich ein Fernsehinterview mit Scheinwerfern vor. Manche haben auch private Gründe, nicht öffentlich im Netz aufzutauchen – das musst du nicht kennen und nicht hinterfragen. Wenn du verstehst, wovor sich jemand sorgt, kannst du die meisten Bedenken mit einer einfachen Zusage ausräumen.

Mit wem fängst du an?

Mit denen, die von sich aus Ja sagen. In fast jedem Betrieb gibt es ein, zwei Leute, denen das nichts ausmacht – oft nicht die, die du erwartest. Frag einzeln und unter vier Augen, nicht in der Runde, wo niemand als Erster die Hand heben will. Und geh selbst voran: Wenn der Chef sich hinstellt und es nicht perfekt macht, sinkt die Hürde für alle anderen. Ein Nein nimmst du ohne Nachfrage hin. Nichts vergiftet die Stimmung schneller als das Gefühl, mitmachen zu müssen.

Arbeit zeigen statt Interview – wie sieht das aus?

Die wenigsten Menschen können gut in eine Kamera sprechen, aber fast jeder macht seine Arbeit gut. Genau das wollen Kunden und Bewerber ohnehin sehen. Filme die Leute bei dem, was sie täglich tun; viele vergessen die Kamera nach ein paar Minuten. Wer nicht erkennbar sein möchte, kann trotzdem dabei sein.

  • Hände und Handgriffe: schweißen, verlegen, verdrahten, pflastern.
  • Aufnahmen von hinten oder über die Schulter, bei denen das Gesicht nicht zu sehen ist.
  • Das Team in der Totale, bei der Besprechung am Morgen oder auf der Baustelle.
  • Maschinen, Fahrzeuge und fertige Projekte, mit einer Stimme aus dem Off.
  • Ein kurzer Satz im Vorbeigehen statt eines langen Gesprächs im Sitzen.

Wie nimmst du die Angst beim Dreh?

Durch kurze Aufnahmen und die Zusage, dass alles wiederholt werden kann. Niemand muss einen Text auswendig lernen. Besser sind einfache Fragen, auf die jeder eine Antwort hat: Was machst du hier? Was gefällt dir an deinem Job? Ein Satz genügt, und der wird so oft gedreht, bis er passt – im Schnitt bleibt nur die beste Fassung. Drehe am gewohnten Arbeitsplatz, in Arbeitskleidung und ohne Zuschauer. So gehen wir bei unseren Drehs vor: wenige Leute am Set, kurze Takes, und wer möchte, sieht sich die Aufnahme direkt auf dem Bildschirm an.

Was solltest du vorher abstimmen?

Unsicherheit entsteht, wenn niemand weiß, was passiert. Kündige den Dreh einige Tage vorher an und sag klar, worum es geht. Je konkreter du bist, desto eher machen die Leute mit.

  • Wofür ist das Video gedacht – Kundenwerbung, Mitarbeitersuche, Website?
  • Wo wird es zu sehen sein, zum Beispiel auf Instagram, Facebook oder der Website?
  • Was wird gefilmt, wie lange dauert es, und wer ist dabei?
  • Jeder sieht das fertige Video vorher und darf sagen, wenn ihm eine Szene nicht gefällt.
  • Niemand hat Nachteile, wenn er nicht mitmacht.

Was gilt beim Einverständnis?

Wer erkennbar im Video zu sehen ist, sollte vorher zugestimmt haben – am besten schriftlich, mit Angabe, wofür und wo die Aufnahmen verwendet werden. Die Zustimmung muss freiwillig sein, und du solltest regeln, was passiert, wenn jemand sie später zurückzieht oder den Betrieb verlässt. Bei Auszubildenden unter 18 Jahren brauchst du in der Regel zusätzlich die Zustimmung der Eltern. Das ist ein allgemeiner Hinweis und keine Rechtsberatung. Lass dir eine passende Einwilligungserklärung von deinem Anwalt oder deinem Datenschutzbeauftragten geben.

Und wenn wirklich niemand will?

Dann drehst du trotzdem – nur anders. Ein Video kann ganz ohne erkennbare Gesichter auskommen: Arbeitsschritte in Nahaufnahme, Fahrzeuge, die Werkstatt, das fertige Ergebnis, dazu Text im Bild oder deine Stimme. Oft reicht es auch, wenn nur du als Inhaber zu sehen bist. Zeig dem Team das fertige Video. In vielen Betrieben ändert sich die Haltung, sobald die Leute sehen, dass es ordentlich aussieht und niemand vorgeführt wird. Was sich dagegen nicht lohnt: jemanden zu überreden. Unbehagen sieht man im Bild, und ein steifes Video schadet mehr, als es nützt.

Aus der Praxis · DM Eichenauer, Bocholt

Der Milchtransporteur DM Eichenauer zeigt in seinen Videos den echten Arbeitsalltag: das Team, den modernen Fuhrpark, die regionalen Touren. Das stärkste Video wurde über 57.000-mal angesehen, und aus den Kampagnen sind mehr als 400 Bewerbungen für LKW-Fahrer entstanden.

57.000+Views Top-Video
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Häufige Fragen

Darf ich Mitarbeiter verpflichten, im Video mitzumachen?▾

Verlass dich nicht darauf, und es wäre auch unklug. Einen erzwungenen Auftritt sieht man dem Video an, und er belastet das Klima. Rechtlich ist die Frage heikel; hol dir dazu im Zweifel Rat. Das hier ist keine Rechtsberatung. Praktisch funktioniert es nur freiwillig.

Was passiert mit dem Video, wenn ein Mitarbeiter kündigt?▾

Regle das vorab in der Einwilligung. Viele Betriebe vereinbaren, dass Aufnahmen weiter genutzt werden dürfen, und entfernen sie trotzdem auf Wunsch. Plane Videos am besten so, dass einzelne Szenen sich herausschneiden lassen.

Wie lange dauert ein Dreh für die einzelnen Mitarbeiter?▾

Meist nur wenige Minuten pro Person, wenn bei der Arbeit gefilmt wird. Der Betrieb läuft weiter, die Kamera begleitet. Ein kurzer Satz in die Kamera ist mit ein paar Wiederholungen ebenfalls schnell im Kasten.

Sind Videos mit eigenen Mitarbeitern besser als mit Darstellern?▾

Für regionale Betriebe ja. Bewerber wollen sehen, mit wem sie künftig arbeiten, und Kunden, wer zu ihnen kommt. Gestellte Szenen wirken schnell austauschbar – echte Kollegen in echter Umgebung nicht.

Dreht ihr überall in Deutschland?▾

Nein. Videos drehen wir regional: im Emsland, in der Grafschaft Bentheim und im Umkreis. Websites und Social-Recruiting-Kampagnen setzen wir dagegen deutschlandweit um, weil sie am Rechner entstehen und die Abstimmung per Telefon oder Videocall läuft.

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Daniel Appelhans · Terravista, Meppen · Google-Bewertung ★ 5,0

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